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 Gyl

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BeitragThema: Gyl   Fr 06 Aug 2010, 22:22

Ein Freund ist ein Mensch, der die Melodie deines Herzen kennt und sie dir vorspielt, wenn du sie vergessen hast.



Name:
Gyl

Alter:
356 Jahre

Geschlecht:
Weiblich oder kann ein Mann so viel Stil besitzen, wie diese Frau?

Rasse:
Halbdämonin (Mystral und Dämon)

Klasse:
Kriegerin passt wohl ziemlich gut auf Gyl.

Gesinnung:
Neutral

Persönlichkeit:
Gyl ist eine freundliche Frau, die gerne Witze macht und genauso gerne lacht. Sie hat einen guten Geschmack, was vorallem Männer und Kleidung angeht. Sie schätzt einen guten Auftritt und Abgang, wenn sie erscheint. Im Großen und Ganzen aber braucht sie dafür nicht viel machen. Sie muss einfach sie selbst sein, wobei es niemals auch nur annähernd gekünselt wirkt.
Aber Gyl kann auch sehr aufbrausend sein, wenn ihre dämonische Seite sich durchringt. Entweder das oder sie wird gerne mal ein wenig aufdringlich. Doch niemals würde sie jemanden ohne Grund angreifen oder provozieren.
Sie schätzt Freundschaften sehr, aber manchmal muss sie sich schon überreden, ob sie aufsteht und zu ihren Freunden geht oder doch lieber im Bett liegen bleibt und weiterschläft. Wenn es darauf ankommt ist diese Frau aber knallwach und zu allem bereit, was kommen mag.
Durch ihre Kampfkunst ist sie außerdem dazu in der Lage sich innerhalb von Sekunden zu beruhigen. Das muss sie auch, wenn sie gut kämpfen will.

Fähigkeiten:
Gyl ist eine begnadete Fechterin. Ihr Florett beherrscht sie blind und wenn man sie schlagen will sollte man nicht mit einer schwachen Gegnerin rechnen. Durch ihre dämonische Seite ist sie schneller und geschickter als normal und auch anders profitiert sie von dem dämonischen Blut in ihren Adern.
Sie ist dazu in der Lage schwarze Blitze in der Gegend zu verteilen und sollte mal jemand für ihr Florett nicht nah genug sein wird er damit angegriffen. So ein Stromschlag hat schon was. Danach fühlt man sich immer so elektrisiert. Meist riecht man dann auch nicht mehr allzu gut... so schön nach verbranntem Fleisch.
Außerdem kann sie für einige Sekunden schwarze Schwingen beschwören, doch meist braucht sie die nur, um Eindruck zu schinden und mögliche Gegner einzuschüchtern.

Herkunft:
Haisaki Gebirge

Vergangenheit:
Gyl erfuhr an ihrem vierzehnten Geburtstag, dass ihr Vater ein Dämon war. Vorher hatte sie mit ihrer Mutter, einer Mystralin, in einem Schloss in den Bergen gewohnt. Im Winter war es verdammt kalt gewesen, aber dafür waren die vielen grünen Wiesen und der Ausblick im Sommer immer wunderschön. Seit ihrem sechsten Lebensjahr hatte Gyl nun schon mit ihrem Florett gekämpft, was - wie ihre Mutter ihr am vierzehnten Geburtstag sagte - von ihrem Vater stammte.
Gyl war kein verwöhntes Mädchen, auch wenn sie immer alles hatte, was sie haben wollte. Nur die Freiheit, die bekam sie nicht. Niemals durfte sie von dem Schloss weg oder gar aus den Bergen hinunter ins Tal. Doch ihre Mutter hatte bestimmt ihre Gründe, warum sie es ihr verbot und hier im Schloss fehlte es ihr doch auch an nichts....
Doch schließlich wollte Gyl es doch nicht mehr. Sie wollte endlich mehr von der Welt sehen, von der sie so viel in Büchern las... Sie haute ab und hinterließ ihrer Mutter einen Brief. Sie reiste einige Zeit, bis sie in Alestiria ankam. Hier hat sie nun ihr neues Leben begonnen. Einen neuen Abschnitt.

~long version~
Gyl reckte sich in ihrem Bett und dann sah sie sich in ihrem Zimmer um. Sie hatte, wie jede Nacht in ihrem Himmelbett geschlafen und nun blickte sie auf die Truhe, die gegenüber ihres Bettes stand. Es war eine alte Holztruhe und in dieser waren ihre festlichsten Kleider enthalten. Ihre normalen Anziehsachen waren im Kleiderschrank, rechts von ihr, drin.
Eine junge Dame streckte ihren Kopf in Gyls Zimmer. "Oh, ihr seid schon wach, Herrin?", fragte sie und trat nun eilig ganz ein, um einen Knicks zu machen. In ihrer Hand war eine dampfende Schüssel und ein Handtuch. Scheinbar wollte sie die gerade auf Gyls Nachttisch legen.
"Schon gut, Isabel. Stell die Schüssel auf den Tisch, dann kann ich mich waschen.", lächelte Gyl und dann sprang sie fast aus dem Bett heraus. "Habe ich an meinem Geburtstag auch Unterricht? Ich meine, das wäre ja nicht angemessen, oder Isabel?", sprach die sechsjährige auf das Hauasmädchen ein und die stotterte nur einige Zustimmungen, während sie die Schüssel abstellte.
"Ist ja auch egal. Meine Mutter ist ja meistens der Meinung, meine Bildung gehe vor. Dabei bin ich doxch schon gebildet! Ich wette auf der ganzen Welt gibt es keine Sechjährige, die mehr Ahnung von alldem hat, als ich. Wie soll ich denn da meine Kindheit genießen, wie es in den Büchern meistens steht? Dort sagt man, dass ein Kind spielen soll und nicht irgendwelche Mathematischen Formeln auswendig lernen muss.", meckerte sie und dann sah sie Isabel nach, die perplex aus dem Raum ging. Gyl zuckte leicht mit ihren Schultern und wusch sich dann. //In einer Woche hat sie sich bestimmt eingelebt. Eigentlich ziemlich unhöflich mir nicht zum Geburtstag zu gratulieren... Aber was solls? Ich sollte meine Freizeit genießen, bis Schachter aufgestanden ist. Der alte Greis will bestimmt abfragen welche Heilpflanzen bei Herzkrankheiten gut sind. Dabei hab ich noch gar nicht alle auswendig gelernt!//
Als Gyl in den Speisesaal ging und sich an das Ende der Tafel setzte begegnete sie keiner Menschenseele. Weder ihrer Mutter noch Schachter oder einer der Angestellten. //Komisch...//
Als sie nach ein paar Minuten aufstand und das Schloss durchsuchte fand sie auch niemanden. //Wo sind die nur hin?// Schließlich öffnete sie die große Holztür zum Speisesaal wieder und blickte in die vielen Gesichter derer, die im Schloss lebten. "Überraschung!", riefen sie alle gleichzeitig und Gyls Mutter trat aus der Gruppe heraus. Sie hatte ein grünes samtenes Packet in der Hand und lächelte Gyl liebevoll zu.
"Alles gute zum Geburtstag Gyl. Hier. Das ist für dich.", sagte sie und hielt Gyl das längliche Packet hin. Die Sechsjährige sah glücklich drein und rannte auf ihre Mutter zu, um unter dem hingehaltenen Packet drunterzuschlüpfen und sie zu umarmen. "Danke, Mutter.", flüsterte sie und ihre Mutter erwiderte die Umarmung mit einem Arm. Mit der anderen Hand hielt sie immernoch das Packet fest und als eine Dienerin es ihr Abnehmen wollte schüttelte sie nur energisch ihren Kopf.
Sobald Gyl sich von ihrer Mutter gelöst hatte nahm sie nun das grüne Samt in die Hand und faltete den Stoff auseinander. Ein goldener Griff wurde sichtbar und als Gyl in in die Hand nahm und den Rest nicht ehr festhielt glitt der Stoff herunter und legte ein silbernes Florett frei.
"Von nun an, wirst du nicht mehr Unterricht bei Schachter nehmen. Ich werde für dich einen Fechtlehrer ins Schloss holen lassen und dann wirst du dich nur noch darauf konzentrieren das Florett so gut, wie möglich zu führen.", erklang die Stimme ihrer Mutter in Gyls Rücken. Ihr Blick war auf das Florett gerichtet und sie war vollkommen fasziniert von der Waffe. "Es ist dein Geburtstagsgeschenk.", kam es nun etwas leiser und Fiona, Gyls Mutter, umarmte ihre Tochter von hinten.


Gyl wurde von den ersten Sonnenstrahlen geweckt. Es war ihr vierzehnter Geburtstag. Noch hatte die junge Frau keinerlei Ahnung, wie ereignisreich der folgende Tag sein würde. Jedoch hatte sie ein ungutes Gefühl in der Magengegend, als sie aufstand und das Buch unter ihrem Kissen hervorholte. Sie hatte es gestern Nacht bis spät Abends bei Kerzenschein gelesen. Nun musste sie versuchen es möglichst unauffällig wieder in die große Bibliothek bringen, ehe eine der Dienerschaft - oder schlimmer noch - ihre Mutter sah, was Gyl las.
Es war eines der Bücher, dessen dunkle Ledereinbände abgewetzt waren und deren Schrift verblasst war. Das war nicht das Schlimmste. Es war eher so, dass ihre Mutter ihr verboten hatte die Bücher aus dem hinteren Teil der Bibliothek zu lesen. Warum genau sie Gyl das verbot war auch den Angestellten nicht ganz klar, von Gyl selbst ganz zu schweigen.
Sie verstand nicht, was an den Büchern so anders war. Es war nicht nur der Hauch des verbotenem, was sie immer und immer wieder dazu trieb spät Nachts in die Bibliothek zu schleichen und sich eines der Bücher zu holen. Es war etwas anderes. Etwas, was sich Gyl nicht erklären konnte. Die Themen der Bücher unterschieden sich nicht sehr von denen, die Gyl früher gelesen hatte.
Doch etwas war an der Schreibweise anders. Sie klangen weniger nach Geschichten, sondern mehr nach... Tagebüchern. Egal welches Buch Gyl nahm, es schienen Tagebücher von verschiedensten Personen zu sein. Bisher endete jedes Buch mit dem Eintrag, wann und woran die Person starb. Doch das Tagebuch, was Gyl gestern Abend gelesen hatte war anders gewesen. Dieses Mal gab es nicht ein solches Ende.
//Ich muss mich auf andere Dinge konzentrieren!//, beschwor sich Gyl und dann nahm sie ein schwarzes Kleid aus dem Schrank und zog es an. In der Spiegelung ihres Fensters sah sie sich prüfend an. Sie drehte und wendete sich und fuhr mit ihren Händen an den Konturen ihres Körpers entlang. Im Gegesatz zu dem sechsjährigen Mädchen hatte sich Gyl stark verändert. Sie war nicht einfach nur gewachsen, sondern auch fraulicher geworden. Ihre Oberweite war für ihr Alter ganz ansehbar und aus den Gesichtszügen war das kindliche fast zur gänze gewichen. Eine Weile betrachtete sich Gyl so und hielt das Buch in ihrer rechten Hand. Gerade wollte sie es wegbringen, da ging die Tür auf und Isabel trat ein. Eilig versteckte Gyl das Buch hinter ihrem Rücken und lächelte Isabel verhalten an.
"Alles Gute zum Geburtstag, Herrin.", sagte Isabel prompt und machte einen Knicks. "Ich bringe Euch die Schüssel und das Handtuch.", redete sie munter weiter, doch dann stockte sie. "Herrin.. Warum seid Ihr schon angezogen? Und außerdem wisst Ihr doch, dass es Madame nicht mag, wenn Ihr keines der festlichen Kleider an besonderen Tagen tragt. Ihr solltet das neue mit der schwarzen Spitze am Ausschnitt auswählen. Das betont Eure weiblichen Formen.", plapperte Isabel munter weiter während sie die Schüssel abstellte und zu Gyl ging. //Und wofür? Um den Stallburschen und Dienern zu imponieren? Nein, danke.// Wie selbstverständlich wollte sie Gyl dabei helfen das unpassende Kleid auszuziehen, doch Gyl drehte sich so, dass Isabel Gyls Rücken und somit das Buch nicht sah.
"Ähm, nachher vielleicht Isi. Jetzt muss ich eben weg. Bis gleich.", sagte Gyl aufgeregt und ging rückwärts aus ihrem Schlafzimmer und auf den Flur hinaus. Sie hastete durch die Gänge und an vielen Gemälden mit Landschaften vorbei, bis sie schließlich vor der Bibliothek stand und die Tür aufmachte. Drinnen war es ruhig und es schien niemand anwesend zu sein. //Puh, Glück gehabt.// Gyl ging nun etwas langsamer durch die hohen Regale. //So viele Bücher... Ich werde wohl niemals auch nur die Hälfte in meinem Leben lesen können.//, dachte sie und dann trat sie in den verbotenen Teil der Bibliothek. Hier angekommen hörte sie jemanden hinter sich nach Luft schnappen.
Sofort wusste Gyl, wer sie da entdeckt hatte und sie drehte sich mit schuldigem Gesichtsausdruck zu Fiona um. "Es... Es ist nicht so, wie es aussieht.", stotterte Gyl lahm, doch ihre Mutter verstand in dem selben Augenblick in dem sie den abgewetzten Ledereinband in Gyls Hand sah.
"Raus.", flüsterte sie und sah Gyl enttäuscht an. Sie hielt Gyl fordernd ihre Hand entgegen und diese legte wortlos das Buch hinein. Wie ein begossener Pudel schlürfte Gyl aus der Bibliothek hinaus.

Als sie zusammen an der Tafel saßen und Frühstückten wurde kein Wort gesprochen. Es wurde auch sonst nicht geredet, wenn sie aßen, doch dieses Mal empfand es Gyl schlimmer denn je. Sie hatte Schuldgefühle, weil sie ihre Mutter so enttäuscht hatte. Es fühlte sich a, wie ein Verrat an. //Aber was habe ich denn groß gemacht? Es ist doch nichts besonderes an diesen Büchern! Sie sind doch vollkommen harmlos!// Langsam wurde sie doch wütend.
Schließlich hielt sie es nicht mehr aus und stand ruckartig auf. Der verzierte Stuhl fiel scheppernd auf den Steinfußboden, doch Fiona zuckte nicht einmal. Sie sah nicht von ihrem Essen auf, als Gyl aus dem Speisesaal lief.
Auf dem Weg zu ihrem Zimmer hörte Gyl immer wieder Glückwünsche von denen, die sie noch nicht am Tag gesehen hatte. Sie fühlte sich ungerecht behandelt und als sie in ihrem Zimmer angekommen war, warf sie sich auf ihr Bett und weinte in ihr Kissen.
Den Rest des Nachmittags verbrachte Gyl auf dem Innenhof und fechtete mit Entschlossenheit einen nach den anderen Angestellten in Grund und Boden, bis sie um Gnade flehten. Gyl verachtete sie in diesen Momenten. Sie schwitze nur leicht und sie war auch nicht groß angestrengt, obwohl sie schon gegen meher als ein Dutzend Jungen gekämpft und gewonnen hatte. Das Mittagessen hatte sie ganz ausfallen lassen.
Niemand wagte Gyl zu fragen, was los sei - selbst Isabel nicht und die war fast so etwas, wie die beste Freundin von Gyl.
Nach dem Abendessen ließ Fiona Gyl in ihr Schlafzimmer kommen. Es sah nicht viel anders aus als Gyls, doch Fiona hatte anstelle eines großen Fensters einen Spiegel in ihrem Zimmer hängen.
"Setz dich!", sagte Fiona und deutete auf den Platz neben sich auf dem Bett.
Gyl kam der Aufforderung schweigend nach. Sie hatte sich zwar am Nachmittag einigermaßen abgeregt, doch eingeschnappt war sie immernoch. So überraschte es sie auch als Fiona zu erzählen begann:
"Ich war vor Jahren, bevor du geboren wurdest, auch hier angestellt. Ich war die Gehilfin der Köchin in diesem Schloss und ich empfand es immer als Ehre mit meinem Herrn reden zu dürfen. Aber es kam nicht oft vor, dass er das Wort an mich richtete. Um genau zu sein: sehr selten.
Und wenn er dann doch mit mir sprach, dann nur über berufliche Dinge. Damals war ich genauso alt wie du jetzt, vielleicht ein wenig älter. Ich war weiß Gott keine Schönheit und so hatte nicht einmal einer der Stallburschen ein Auge auf mich geworfen. Ich war - im Gegensatz zu dir - einfach ein wenig langsamer in der Entwicklung.
Doch eines Abends schickte mich die Köchin, um dem Hausherren seinen abendlichen Tee zu bringen. Eigentlich durfte nur sie das, doch sie hatte sich am Tag zuvor den Knöchel verknackst und so übertrug sie die Aufgabe an ich weiter. Ich ging also mit der Tasse Tee zur Bibliothek und vergaß völig anzuklopfen - so aufgeregt war ich. Ich würde allein mit meinem Herrn in einem Raum sein! Keine schiefen Blicke der anderen Angestellten oder Gekicher von den Tänzerinnen. Ich öffnete nun also die Tür und ließ erschrocken die Tasse mit dem Tee fallen.
Bevor sie auf dem Steinboden auftreffen und in hunderte kleine Stücke zerspringen konnte, kam seine Hand zuvor und fing sie gekonnt ab. Nicht ein Tropfen wurde verschüttet, doch dafür hatte ich keinerlei Beachtung. Das bezaubernste Gesicht, was ich je gesehen hatte, war nur Zentimeter on meinem entfernt. Ich konnte fast schon seinen Atem auf meiner Haut spüren. Naja... vielleicht ein wenig übertrieben, aber du verstehst was ich meine, oder?
"Wer seid ihr?", fragte ich stockend und an dem Abend vertraute mein Herr mir an, dass er ein Dämon sei. Ich hatte ihn in seiner dämonischen Gestalt gesehen und deswegen erzählte er es mir. Natürlich hätte er mich auch einfach umbringen köbnnen, aber er brachte es an dem Abend nicht übers Herz. Er wollte lieber weiter so tun, als wenn er ein Mensch wäre und so ließ er mich schwören, dass ich das gesehene und gehörte für mich behalten würde.
Mit den Jahren kamen wir uns näher und der Herr mochte es, dass er in meiner Anwesenheit offen reden konnte. Doch das alles hatte nicht nur Vorteile. Bald darauf bemerkten auch andere unsere scheinbare Vertrautheit und wurden eifersüchtig. Ich hatte sehr viele Privilegien und deswegen wurde der Neid immer größer.
Doch meine Faszination für ihn blieb."
Eine kurze Pause entstand und Gyl betrachtete das verträumte Gesicht ihrer mutter. Schließlich schien sie dann doch aus der Vergangenheit wieder in der Gegenwart zu sein.
"Du fragst dich sicherlich, warum ich dir das erzähle, oder?", meinte Fiona und Gyl nickte erwartungsvoll, auch wenn sie es so langsam ahnte. "Ich finde einfach, dass es langsam Zeit ist, dass du mehr über deinen Vater weißt. Meine süße Tochter, Gyl... dein Vater ist ein Dämon.", meinte sie langsam und bedeutungsschwer. "Das Florett, welches ich dir zu deinem sechsten Geburtstag schenkte - es war das Florett deines Vaters. Nur er weiß woher es kommt, denn selbst ich weiß nicht alles über ihn."
Gyl spürte, dass sie jetzt Fragen stellen musste, wenn sie je etwas über ihren Vater wissen wollte. Unwillkürlich kam ihr das Tagebuch von gestern Nacht in den Sinn, doch sie verscheuchte es so gut es ging wieder und fing an ihre Mutter mit Fragen zu durchlöchern, bis diese müde vorschlug, dass sie Beide ins Bett gingen.

"Den rechten Arm höher! Halt das Florett lockerer!", kam es von Gyls Lehrer, der an dem heutigen Tag fast verzweifelte. "Ich weiß, dass du das besser kannst, also streng dich endlich an!"
Gyl biss ihre Zähne zusammen und versuchte sich auf das Fechten zu konzentrieren, doch es gelang ihr nicht Recht. Ein entnervter Seufzer war von ihrem Lehrer zu hören. "Gut, ich glaube das reicht für heute. Vielleicht ist es besser, wenn wir morgen weiter machen."
Die Halbdämoin ließ ihr Flirett sinken und ging dann an den hechelnden Jungen vorbei zu den Ställen hinüber. Sie beachtete die fragenden Blicke nicht weiter und ließ sich dann in einen großen Haufen Heu sinken, welches erst vor ein paar Tagen hier her geschleppt worden war. Gyl wusste nicht warum, aber es interessierte sie auch nicht wirklich, als sie sich entspannte. Doch bald danach zuckte sie leicht zusammen.
"Hey!" Das Gesicht eines Jungen kam in Gyls Blickfeld und als erstes fielen ihr die weißen Haare auf.
"Ähm.. hey.", brachte sie hervor und sah verdattert nach oben. Sie hatte ihn vorher noch nie im Schloss gesehen. War er ein Neuer? Und wieso sprach er sie so unverschämt an, als wenn sie gleichgesinnt wäre? "Äh.. Ich meine: Wo bleiben deine Manieren?!... Hör auf mich so belustigt anzusehen und sprich mich mit 'Herrin' oder 'Fräulein' an!", setzte Gyl hinzu.
Sie musste zugeben, dass er attraktiv aussah und sie damit ein wenig aus dem Konzept brachte. Er erinnerte überhaupt nicht an die ungepflegten Burschen, die sonst im Schloss herumstaksten. Es musste doch ein Gebot geben, was das verbot! Kein Diener oder Angestellter durfte so gut aussehen!
"Wieso sollte ich?", fragte der Junge forsch und sah Gyl amüsiert an.
"Weil ich über dir stehe? Weil du Respekt vor mir haben sollst?"
"Im Moment bin ich ganz eindeutig über dir. Immerhin sehe ich auf dich hinab."
Darauf wusste Gyl nichts zu erwidern, doch als sie kurz blinzelte war er auch schon wieder verschwunden. und Gyl allein in dem Stall. Nachher wollte auch niemand einen Jungen gesehen haben, der auf Gyls Beschreibungen passte. Es war, wie verhext. Als hätte sie ihn sich nur eingebildet.
"Bestimmt Überanstrengung.", meinte ihr Fechtlehrer, aber im Gegensatz zu ihm wusste Gyl, dass es sehr lange her war seitdem das Fechten Gyl auch nur ansatzweise forderte.

Gyl saß auf der Bettkante ihres Himmelbettes und blickte aus dem Fenster hinaus. Sie konnte das geschäftige Treiben im Innenhof sehen. Die vielen Bediensteten, die wie fleißige Ameisen durch das Schloss liefen.
Gestern hatte sie unfreiwillig die Ställe in Brand gesetzt, weil ein schwarzer Blitz sich aus ihrer Handinnenfläche gelöst hatte und das Stroh in den Boxen entzündete. Zwei der besten Pferde waren ums Leben gekommen und ein Angestellter hatte eine Rauchvergiftung erlangt.
Gyl wusste nicht mit dieser neuen Fähigkeit umzugehen und als Fiona davon hörte erlaubte sie Gyl in den verbotenen Büchern zu lesen. Warum war der Halbdämonin nicht klar, aber sie würde schon einen Grund dafür haben. Zumindest hoffte Gyl das. Doch zur Zeit verspürte sie nicht das Verlangen danach auch nur ein Buch zu lesen. etwas anderes beschäftigte sie.
Sie fühlte sich eingeschlossener als je zuvor. Sie fragte sich, wie es sich anfühlte in einer Stadt zu sein. Oder über einen Markt zu schlendern und die Lebensmittel für das Abendessen auszusuchen. Zum ersten Mal in ihren 45 Jahren spürte Gyl schreckliches Fernweh nach etwas, was sie nur aus Büchern und Erzählungen kannte.

Schließlich hielt sie es nicht mehr länger aus. Es war am Abend vo ihrem 50. Geburtstag und ein schreckliches Gewitter tobte. Regelmäßig wurde die Nacht von einem grellen Blitz erhellt und das Donnergrollen rollte durch das Schloss. Der Regen schlug mit einer nicht gekannten Heftigkeit gegen die Fenster, während Gyl durch die Gänge ging.
Ein Blitz erhellte den Flur und machte einige der Gemälde und den Boden sichtbar. In ihrer rechten Hand hielt Gyl ihr Florett und in der linken einen Brief. Sie steckte das Florett weg und dann hielt sie den Brief in beiden Händen fest. Vor der Schlafzimmertür ihrer Mutter blieb sie stehen und schob den Brief unter der Tür hindurch. Fina würde ihn am nächsten Morgen finden.
Gyl ging aus dem Schloss hinaus und schritt durch den Regen, der nun unbarmherzig auf sie hinabprasselte. Am Tor konnte man eine eingehüllte Gestalt sehen, die trotz des Regens draußen stand. Die Halbdäminin ging auf sie zu und als sie angekommen war lächelte Isabel Gyl traurig an. Sie umarmte sie und dann wünschte sie ihr viel Glück.
"Ich werde dich vermissen.", flüsterte sie. "Ich habe die Wachen mit dem ganzen Bier aus Vaters Keller abgefüllt, als werden sie sich dir nicht in den Weg stellen. Nim den Weg der nach rechts abzweigt. Er führt zum nächsten Dorf." Eine Träne rollte über ihr Gesicht, doch sie lächelte tapfer weiter.
Auf Gyls Gesicht waren weniger Gefühlsregungen zu sehen. Doch man konnte ihre Aufregung und Vorfreude erahnen. "Ich werde mein Bestes geben, dass weißt du doch. Machs gut.", flüsterte sie zurück und umarmte Isabel ein letztes Mal.
Dann ging sie ohne sich umzudrehe durch das Tor und den beschriebenen Weg entlang zum nächsten Dorf. Ihr neues Leben begann.

Bilder:
Spoiler:
 






Zuletzt von Gyl am Do 12 Aug 2010, 14:31 bearbeitet, insgesamt 6 mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Gyl   So 08 Aug 2010, 21:44

Sehr schöner Steckbrief, interessante Vergangenheit :3
Es steht nix mehr von "ihn Bearbeitung" da, also lass ich dich mal rein xD Hoffe das passt :3

=>In~
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BeitragThema: Re: Gyl   Do 12 Aug 2010, 14:30

So die Vergangenheit hab ich dann auch geschafft. Ich hoffe doch wohl, das sich ein paar dort hindurchkämpfen und für Rechtschreibfehler entschuldige ich mich natürlich, aber im Moment bin ich ehrlich nur froh es geschafft zu haben winking Früchtchen
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Gyl

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